Sitzung des Gemeinderates

(rl) Am gestrigen Donnerstag, dem 27. 11. 2014, trafen sich Bürgermeister und Gemeinderäte zu ihrer turnusmäßigen Sitzung, diesmal im Seniorentreff in Großsteinberg.
Anwesend waren fast alle Mandatsträger, wer fehlte, war entschuldigt.
Konzentriert und engagiert wurde die Tagesordnung abgearbeitet.
Wer am Morgen die LVZ gelesen hatte, wusste, dass noch ein Beschluss gefasst werden musste, der aufgrund seiner Aktualität nicht mehr Eingang in die Tagesordnung finden konnte. Mit Zustimmung der Abgeordneten fügte man ihn als Ergänzung nach Pkt. 8 (sieh unten) in die Tagesordnung ein. Es handelt sich um eine neue Bemessungsgrundlage für die Kosten der Verwaltungsarbeit in der Verwaltungsgemeinschaft von Naunhof, Parthenstein und Belgershain. Strittig war nicht der Beschluss an sich, sondern der Zeitpunkt des Inkraft tretens. Indem die Gemeinderäte den bisherigen Beschluss aufhoben und einen neuen, angepassten fassten, behoben sie die rechlichen Mängel.

Tagesordnung in gekürzter Form
1. Begrüßung durch den Bürgermeister und Bestätigung der Tagesordnung
2. Feststellung der Beschlussfähigkeit
3. Kontrolle der Niederschrift vom 16.10.2014
4. Einwohneranfragen
5. Beratung zum Haushaltplan 2014
6. Beratung und Beschlussfassung zur Niederschlagung von Mietforderungen
7. Beratung und Beschlussfassung Ratenzahlung für Gewerbesteuer
8. Beschlussfassung zur Annahme von Spenden für Rentnerweihnachtsfeier 2014
Einfügung: Beratung und Beschlussfassung zum Inkrafttreten des Beschlusses zur geänderten Bemessungsgrundlage für die Verteilung der Kosten für die Verwaltungsgemeinschaft
9. Anfragen der Gemeinderäte
10. Informationen des Bürgermeisters

Lesen Sie dazu bitte auch in der nächsten Ausgabe der Kommunalrundschau

Bürgermeister und Gemeinderat

Bürgermeister und Gemeinderat                                                                          Foto: Rolf Langhof

Schmiede in Großsteinberg?

A_IMG_01(rl) Fragen Sie doch mal in Großsteinberg, ob es im Dorf noch eine Schmiede gibt. So ziemlich Jeder wird diese Frage verneinen. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass sich Frank Palloks, der in der Querstraße ein Haus mit etwas Grundstück sein eigen nennt, eine kleine Schmiede eingerichtet hat.

Schon seit längerem liebäugelt der Maschinenbau-Ingenieur mit dem uralten Gewerk der Schmiede. Vom Vater her angesteckt, fasziniert ihn alles, was man mit Amboss, Hammer und Feuer herstellen kann. Bei einer Urlaubsfahrt konnte er in etwas nördlicheren Regionen eine Feldschmiede auftreiben. Auch ein Amboss fand sich. Jetzt ruht er auf einem Buchenstamm, der wiederum auf einem 8o cm in den Boden eingelassenen Betonklotz steht. Dass er in der Nähe den unbedingt notwendigen Schmiedekoks erhält, freut ihn. Nur so ist ein ordentliches Schmiedefeuer zu entfachen. Auch dringend benötigtes Werkzeug hat sich Palloks so nach und nach beschafft. „Ein Schmied braucht einen Hammer und viele Zangen“, so der Hobbyschmied. Und so manches Stück Stahl oder Eisen findet sich inzwischen in einer Kiste. Der interessierte Besucher staunt, wenn Frank Palloks die Unterschiede erläutert. Seine Kenntnisse hat er sich angelesen, aber auch in der Praxis erworben. Dazu hat er Kontakte zur Schmiede in Klosterbuch geknüpft und sich dort viele praktische Ratschläge geholt.

Auf die Frage, ob er denn nun neben seiner Berufstätigkeit die Schmiede gewerblich betreiben möchte, hob er abwehrend beide Hände. Das sei keinesfalls zu machen, da verdiene er ja nicht einmal die Gebühren. Sonntags käme das Hämmern auf dem Amboss nicht in Frage und in der Woche ist kaum Zeit. Natürlich werde er einem Freund oder Nachbarn mal einen Meisel aufarbeiten oder bei ähnlichem Bedarf helfen. Er habe aber zur Zeit so viele Ideen, was er für sich anfertigen möchte, dass er auf lange Sicht zu tun habe. So zeigte er selbst angefertigte Messer, reparierte Werkzeuge, einen Knauf für ein Schüreisen und andere Teile. Palloks gehört wohl zu den wenigen Schmieden, die ebenso gut mit Holz umgehen können. Die Stiele für seine Werkzeuge sowie für die Messer fertigt er selbst. Und er fertigt sie gut. Wenn man besonders viel Glück hat, fertigt Frank Palloks für seinen Besuch auch mal einen „Glücksnagel“ an, so auch in unserem Fall. Der Nagel wird einen Ehrenplatz erhalten.

Wenn man also mal die Querstraße entlang geht und einen Hammer auf Eisen schlagen hört, ist einer mit Leib und Seele dabei, sich in ein uraltes Gewerk einzuarbeiten und zu -fühlen. Fotos: Rolf Langhof

Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewalt

Überall in Deutschland gedenkt man am Volkstrauertag der Opfer von Krieg und Gewalt. In der Gemeinde Parthenstein geschieht dies reihum in den Ortsteilen an den dafür vorgesehenen Stätten, in diesem Jahr am Eingang zur Kirche in Klinga. Bürgermeister Jürgen Kretschel legte für die Gemeinde einen Kranz nieder und verwies in seinen Worten auf die aktuelle Situation in der Ukraine und in Syrien. Erinnerung hat nur dann einen Sinn, wenn sie mit dem Willen verbunden ist, daraus Lehren zu ziehen und die Zukunft friedlicher zu gestalten.
Pfarrer George las aus den Kindheitserinnerungen einer Frau, die das Einschlagen der Todesnachricht vom Vater zu Hause selbst miterlebt hat und die beschreibt, wie tief sie dieses Erlebnis traf und sie immer noch belastet. Mit dem Abspielen des Songs „Where Have All the Flowers Gone“ von Pete Seeger der von Max Colpet ins deutsche übertragen und der älteren Generation von Marlene Dietrich interpretiert, bekannt ist, unterstrich Herr George die nachdenkliche Stimmung, von welcher die Teilnehmer der Veranstaltung ergriffen wurden.

Einschließlich der zwei Redner und des Muldentalzeitungs-Journalisten waren es zwölf – zwölf von über dreitausend.
Fotos: Rolf Langhof

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„Grünes Gewölbe“ auch in Grethen

Eine Wanderung am vergangenen Sonntag führte bei herrlichem Spätherbstwetter zum „Grünen Gewölbe“ am Naturfreundehaus in Grethen. Ziel war es, bei nur noch wenig Laub die Strukturen der Verflechtungen zu fotografieren, um zu sehen, wie ein derartiger Weidendom beschaffen ist.
Auf einem nahebei stehenden Schild kann man etwas über Entstehung und Geschichte erfahren:
Grünes Gewölbe Grethen
Bauzeit März/April 2013

IDEE: Ähnlichen Projekte gibt es z. B. in Auerstsdt, Rostock oder Nalbach. Die ursprüngliche Idee stammt vom schweizer Architekten Marcel Kalberer und der Baukunstgruppe „Sanfte Strukturen“. Das erste größere Projekt entstand 1998 in Auerstedt/Thüringen.

BESCHREIBUNG: Anstoß für das „Grüne Gewölbe Grethen“ gab unser Hausfreund Frank Höhme aus Köhre am 30.04.2012. Unter fachlicher Planung und Anleitung von Ulli Lask aus Großsteinberg, welcher langjährige Weidenbauerfahrungen in Auerstedt sammeln konnte, wurde im Geiste von Marcel Kalberer mit einer Hand voll Freunden und Mitarbeitern des Leipziger Naturfreundehauses das Projekt „Grünes Gewölbe Grethen“ realisiert. Ziel war es, ein Bauwerk aus Kopfweiden pflanzen und durch die natürliche Wuchsform einen ganz individuellen Platz zu schaffen. Dieser soll zur Ruhe, Entspannung und Kreativität genutzt werden.

UMSETZUNG: Durch gute Kontakte nach Fuchshain und Borna konnten unzählige Weidenruten geschnitten und nach Grethen transportiert werden. Nach dem Aushub von 14 Erdlöchern (1 Meter Tiefe) im Außenkreis und einem Zentrum in der Mitte wurden bei Schnee und Frost die benötigten Weidenbündel (16m Länge) mit Kokosnussseil verschnürt und aufgestellt. Der Durchmesser beträgt ca. 26m.

HINWEISE: Wir bitten alle Besucher unseres „Grünen Gewölbes Grethen“ die Pflanzungen nicht zu beschädigen und nicht daran zu klettern. Außerdem würden wir uns über eine angemessene Ruhe sehr freuen.

In unmittelbarer Nachbarschaft zum Gewölbe befindet sich eine Holzskulptur, die zu sehen man nicht überrascht ist. Hat man sich lange genug mit dem Weidengeflecht befasst, hat sich die innere Einstellung derart verwandelt, dass dieser auf dem Kopf stehende Baum völlig natürlich und dazugehörig erscheint. Einen besseren Standort konnte man nicht wählen. Da hierzu keinerlei Aufklärung zu finden ist, haben wir bei Christian Wetzel, dem Chef des Naturfreundehauses Grethen, nachgefragt. Hier seine Antwort: „Du hast recht, zur Skulptur gibt es noch kein Schild oder nähere Erläuterungen. Da eine Erweiterung evtl. geplant ist, wollte ich diesbezüglich noch etwas abwarten. Der Künstler kommt aus Stralsund (Dänholm) und heißt Raik Vicent (findet man auch im Internet). Durch Zufall hatte ich im letzten Winter von ihm in der Zeitung gelesen und musste zeitgleich eine dicke Eiche in der Nähe der Bahnlinie fällen. Da mir das Holz für den Ofen zu Schade war, entstand die Idee. So wurde im März 2013 der Stamm gedreht in die Erde betoniert und er hat dann mit seiner Lebensgefährtin Beate in 10 Tagen den „Traumzauberbaum“ gesägt (mit der Kettensäge; Anm. Autor). Er ist knapp 8 Meter hoch. Bis auf die aufgesetzten Figuren ist alles aus einem Stück“.

Damit haben Wetzel und seine Mitstreiter eine kleine Oase in unserer Landschaft geschaffen, die Respekt und Anerkennung verdient. Fotos: Rolf Langhof

 

In der Arena, als wärs alltäglich

IMG_1815Viel Zeit hatten sie nicht, die Zirkusleute vom Projektzirkus Casstelly und die beteiligten Schülerinnen und Schüler. Von Montag bis Donnerstag mussten sie die Zeit nutzen, um ihren jeweiligen Auftritt zu proben. Die Auswahl war vielfältig. Die Einen zeigten ihr Können am Boden, die Anderen führten Tierdressuren vor, sei es mit Ziege, Hund oder mit Tauben. Ganz mutige schwebten hoch in der Arena und turnte an Trapez oder Ring. Eine weitere Gruppe ließ ihren Zuschauern das Blut in den Adern gefrieren, indem sie einen der ihren in einer Kiste mit Schwertern durchbohrten. Doch zum Glück war alles nur Schein. Unverletzt konnte er sein gruseliges Gefängnis verlassen.
Aber was wäre ein Zirkus ohne Clown. Hier hatten wir eine ganze Gruppe und Spaß gab es jede Menge.
Drei Vorstellungen waren vorgesehen. Zwei waren dem starken Interesse der Schulkinder geschuldet. Man musste zwei Gruppen bilden. Und einmal wollten die jungen Artisten speziell den Kindergartenkindern ihr Können vorführen. So gab es am Freitagvormittag noch eine dritte Show.
Heute, am Sonnabend, ist nichts mehr zu sehen. Der Zirkus Casstelly ist wieder weg, als wäre es nur ein Spuk gewesen. Andere Schulkinder warten gespannt auf ihr Zirkusabenteuer.
Direktor Alois Kaselowsky und seinen Mitstreitern ist für ihre Arbeit ein Riesenlob zu zollen. Das Konzept stimmt. Die Zuschauer haben mindestens vergnügliche anderthalb Stunden Unterhaltung und die Kindern lernen, dass sie mehr können, als sie sich bisher zugetraut hätten. Fotos: Rolf Langhof