In der LVZ geblättert

Zoff mit Naunhof: Belgershain lässt sich nicht einfach
in die Kasse greifen
Dorf besteht auf Mitsprache bei Verwaltungsumlage

Belgershain. Inwieweit wird Belgershain künftig noch mitentscheiden können, wie viel Geld das Dorf als Umlage an die Stadt Naunhof zahlt, mit der es in einer Verwaltungsgemeinschaft lebt? Über diese Frage wurde in der jüngsten Gemeinderatssitzung heftig diskutiert. Deutliche Kritik ging an die Adresse des größeren Partners.

Bisher ist es Usus, dass alle Mitglieder der Gemeinschaft, also auch Parthenstein, beschließen, wie hoch die Zahlungen der beiden Landgemeinden an die Stadt sein sollen. So sollte es auch dieses Mal ablaufen, immerhin hat Naunhof Verwaltungsaufgaben für die Dörfer übernommen, die diese anteilig finanzieren müssen. Doch nun geriet mächtig viel Sand ins Getriebe.

Der Naunhofer Stadtrat konnte, wie berichtet, Ende September den Beschluss über die Umlagevorauszahlungen der Mitgliedsgemeinden Parthenstein und Belgershain nicht fassen, weil aus Versehen nicht alle Abgeordneten im Vorfeld die Unterlagen erhalten hatten. Als zweite Gemeinde war nun Belgershain dran, sich mit dem Thema zu befassen. Und dort kündigte Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) eine Bombe an.

Kurz vor der Sitzung habe ihn der Naunhofer Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) angerufen und ihm gesagt, solche Beschlüsse seien überhaupt nicht mehr nötig, erläuterte er. Seit der Neuauflage des Gesetzes über kommunale Zusammenarbeit könnte schon seit 2002 darauf verzichtet werden. Die Umlagehöhe würde somit künftig in die Haushalte einfließen, ohne dass die Zahlenden vorher dazu gefragt würden.

Hagenow konnte kaum ausreden, da hagelte es auch schon Protest. „Das heißt, sie buchen bei uns einfach nur noch ab“, meinte Lutz Jünger von der Freien Wählervereinigung (FW). „Allen Problemen, die wir über die Jahre hinweg hatten, gehen sie so aus dem Weg.“ Roswitha Brunzlaff (Linke) vertraute nicht auf die gesprochenen Worte Zochers. „Ich will schriftlich haben, dass wir die Beschlüsse nicht mehr fassen sollen“, forderte sie.

Hagenow versuchte zu besänftigen: „Für mich ist suspekt, wie es in Naunhof im Allgemeinen abgeht. Aber bei solchen Punkten kann ich mir schwer vorstellen, dass es so sehr aus dem Ruder läuft.“ Zocher habe ihm versichert, er hätte alles mit der Kommunalaufsicht abgesprochen. Wenn die Landgemeinden nicht mehr die Umlage absegnen, können sie im Nachgang immer noch nachhaken, wenn sie diese für zu hoch befinden.

Doch die Abgeordneten blieben in dieser Angelegenheit hart. „Das kann alles nicht wahr sein, wir sollten die Umlagen weiter ordentlich beschließen!“, wetterte Bernd Weisbrich (FW). Und Brunzlaff fügte an: „Es wäre ungeheuerlich, wenn kein Beschluss mehr erforderlich ist. Wir dürfen uns unsere Interesse nicht aus der Hand nehmen lassen! Dann erhöht Naunhof die Umlage, und aus dem doppischen Haushalt lässt sich das nicht mehr herauslesen.“ Brunzlaff schlug vor, notfalls mit einem Anwalt gegen die Neuregelung vorzugehen.

Dass die Umlage, die Belgershain aufzubringen hat, von knapp 398 000 Euro im vergangenem Jahr auf fast 410 000 Euro steigen soll, stieß in der Runde auf breites Unverständnis. „Wieso müssen wir in Naunhof eine Verwaltung haben, die doppelt so teuer ist, als wenn wir eine eigene hätten? Mit diesem Geld könnten wir locker acht Mann bei uns einstellen“, sagte Jünger. Hagenow ergänzte: „Und dann hätten wir Personal, das nur für uns da wäre.“

So ließen es sich die Belgershainer nicht nehmen, entgegen Zochers Rat den Beschluss über die Umlage zu fassen, wenn auch nur mit zwei Ja-Stimmen gegen eine Nein-Stimme, während sich alle anderen Räte dem Votum enthielten, weil sie sich ungenügend über die Grundlage für die Kostensteigerung von Naunhof informiert fühlten. Jünger brachte es auf den Punkt: „Wir sollen zahlen, obwohl wir uns seit Jahren darüber aufregen, dass in Naunhof Arbeit nicht erledigt wird.“ So ging es im jetzigen Fall darum, die Vorauszahlung an Naunhof für dieses Jahr zu beschließen, obwohl es sich schon dem Ende entgegen neigt. Ein enormer Verzug, denn eigentlich müsste schon bald über die geplanten Forderungen für 2017 gesprochen werden.

Hagenow hat schon in der Kommunalaufsicht nachgefragt, ob Zochers Aussagen zutreffen, dass die Umlagebeschlüsse nicht mehr notwendig sind. „Voraussichtlich Ende Oktober werde ich eine Auskunft erhalten“, sagte er der LVZ. Völlig verworren ist die Sache, weil Kämmerin Kathrin Stehr erst im September geäußert hatte, dass der Umlagebeschluss unbedingt gebraucht wird. Ohne ihn könne der diesjährige Naunhofer Haushalt nicht beschlossen werden.

Quelle: LVZ / Muldentalzeitung vom 14.10.2016

In der LVZ geblättert

Neue Duschen und Toiletten fürs Sportlerheim

VON FRANK PFEIFER

Glücklich über den Neubau: Jochen Neustadt, Vorsitzender des TSV Großsteinberg. Foto: Andreas Döring

Glücklich über den Neubau: Jochen Neustadt, Vorsitzender des TSV Großsteinberg. Foto: Andreas Döring

Parthenstein/Grosssteinberg. Es macht bereits etwas her, das Erweiterungsgebäude fürs Großsteinberger Sportlerheim. Erst Anfang Juni war Baustart, und jetzt sind schon die Trockenbauer mit der Inneneinrichtung beschäftigt. Ende November, so hofft Jochen Neustadt vom Turn- und Sportverein (TSV) Großsteinberg, kann das Haus seiner Bestimmung übergeben werden.

Eine Umkleidekabine sowie Duschen und Toiletten wird es beinhalten. Alles auf Männer ausgelegt, denn auf dem Sportplatz regiert der Herrenfußball. Die erste Mannschaft spielt in der Kreisoberliga, die zweite in der Kreisliga B. Dazu gibt’s die G- bis A-Jugend und das Altherrenteam. Die vier Frauensportgruppen trainieren in den Turnhallen Großsteinberg und Pomßen, im Sportlerheim muss für sie deshalb keine umfangreiche sanitäre Infrastruktur vorgehalten werden.

Bislang gibt es freilich schon Umkleiden, Duschen und Toiletten. Sie sind in den 1990er-Jahren aufgemöbelt worden. „Doch das ist nun 20 Jahre her, sie entsprechen nicht mehr den heutigen Standards“, bedauert Neustadt. Dem Vereinsvorsitzenden waren die Hände gebunden, denn das Hygieneamt des Landkreises hatte eine Frist gesetzt, bis zu der die Bedingungen auf das geforderte Niveau angehoben werden mussten. „Während der Sanierung hätten wir die Anlagen aber komplett schließen müssen, weshalb wir uns für den Neubau entschieden haben“, sagt der 66-Jährige.

Das Haus ist schon außen abgeputzt. Drinnen liegen die Fußbodenheizung und ein Teil der Elektroinstallation. Sind die Trockenbauer durch, wird gemalert; danach kommen die Fliesenleger. Zum Schluss sind die Klempner und noch mal die Elektriker dran. Im Technikraum wird dann die Luftwärmepumpe angeschlossen, die Haus und Wasser ökologisch heizen soll. „Im Sommer wird sie genug Leistung bringen, vielleicht sogar im Winter, so dass wir auch dann keinen Strom aus dem Netz brauchen“, erklärt Neustadt.

Im laufenden Betrieb wird also gespart werden können. Dafür muss die Gemeinde jetzt erst einmal tiefer in die Tasche greifen. Weil sich die Angebotspreise gegenüber der Kostenschätzung erhöht haben, wird die Kommune voraussichtlich nicht nur die veranschlagten 60 000 Euro für den Flachbau zahlen müssen, sondern laut Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) 30 000 Euro mehr. „Vom Freistaat kommen über die Sächsische Aufbaubank 60 000 Euro als Zuschuss“, sagt er.

Ist der Neubau eingeweiht, können die alten Duschen und Toiletten saniert werden, ohne den Trainingsbetrieb unterbrechen zu müssen. Eventuell können dann sogar die Punktspiele weiter ausgetragen werden. Ist alles in Schuss, ergeben sich bessere Bedingungen. „Dadurch, dass wir dann zwei Duschanlagen haben, können beide Mannschaften, die sich auf dem Platz gegenüberstehen, zur gleichen Zeit duschen“, sagt Neustadt. „Bisher mussten die einen immer eine halbe Stunde warten, bis die anderen durch waren.“

Über die vergangenen Jahrzehnte ist das Sportlerheim stetig gewachsen. 1985 wurde ein Vereinszimmer angebaut. Im Jahr 2000 kamen Umkleidekabinen für die Fußballer sowie Duschen und Toiletten für die Kegler hinzu.

Quelle: LVZ/Muldentalzeitung vom 12.10.2016

Naunhofer Straße wegen Anschlussarbeiten gesperrt

Naunhofer Straße wegen Bauarbeiten gesperrt

Naunhofer Straße wegen Bauarbeiten gesperrt

 

Seit Dienstag, dem 4. Oktober, ist die Naunhofer Straße an der Einmündung Querstraße wegen Bauarbeiten gesperrt. Die Bergstraßenbewohner waren die letzten des Ortes, die noch nicht ins Abwassersystem eingebunden waren. Nachdem die Anschlüsse der Grundstücke erfolgt sind und die Straßendecke erneuert wurde, wird jetzt dieses neue mit dem bereits bestehenden Kanalsystem zusammengeführt.

Fotos: Rolf  Langhof

 

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In der LVZ geblättert

Steuererhöhungen für Parthensteiner bleiben aus
Bürgermeister zieht Halbjahresbilanz / Unterbringung von Flüchtlingen im Rathaus vom Tisch
VON FRANK PFEIFER

Das Parthensteiner Rathaus. Das Erdgeschoss soll vermietet werden. Eine Unterbringung von Asylbewerbern ist nicht mehr im Gespräch.Foto: Archiv

Das Parthensteiner Rathaus. Das Erdgeschoss soll vermietet werden. Eine Unterbringung von Asylbewerbern ist nicht mehr im Gespräch.Foto: Archiv

Parthenstein. Ordentlich gewirtschaftet hat die Gemeinde Parthenstein im ersten Halbjahr. „Wir stehen gut im Plan“, sagte Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos), der jetzt im Gemeinderat Bilanz zog. Die Bürger müssten mit keinen weiteren Belastungen rechnen.
„Wir haben im Tagesgeschäft zwar mehr ausgegeben als geplant, aber auch mehr eingenommen“, erläuterte Kretschel. „40 Prozent der diesjährigen Investitionen wurden getätigt. Ich gehe also davon aus, dass unser Plan am Jahressende aufgeht.“
Nachdem in diesem Jahr die Grund- und Gewerbesteuern deutlich gestiegen sind, was zum positiven Ergebnis im Etat beitrug, soll laut Bürgermeister im nächsten Jahr nicht mehr an dieser Stellschraube gedreht werden. Eine Erhöhung der Elternbeiträge in den Kindereinrichtungen stehe ebenso wenig zur Debatte.
Dabei muss die Gemeinde durchaus eine beachtliche Mehrausgabe verkraften. Ihr Zuschuss zum Erweiterungsbau für das Großsteinberger Sportlerheim erhöht sich voraussichtlich um 30 000 Euro auf 90 000 Euro, weil sich die Angebotspreise gegenüber der Kostenschätzung erhöht haben. Kretschel informierte darüber den Gemeinderat, der den gestiegenen Aufwand noch absegnen muss.
Ein zweiter größerer Posten im zweiten Halbjahr wird die Anschaffung neuer Computertechnik fürs Rathaus. Die bisherige ist überaltert und teilweise mit überholten Betriebssystemen ausgestattet; sie entspricht leistungsmäßig nicht mehr den Anforderungen. Rund 12 800 Euro sind zu investieren, der Gemeinderat vergab den Auftrag an die Grimmaer E-itk Systeme GmbH.
Mit der Installation und Verkabelung der Technik wird gleichzeitig das Erdgeschoss des Rathauses leergeräumt, das seit der Umstrukturierung der Verwaltung und der damit verbundenen Versetzung von Mitarbeitern ins Naunhofer Rathaus nicht mehr benötigt wird. „Perspektivisch wollen wir die Etage vermieten. Wir wissen aber noch nicht, ob zu Wohn- oder gewerblichen Zwecken“, sagte Kretschel. Die noch vor kurzem ins Auge gefasste Unterbringung von Asylbewerbern sei vom Tisch, weil das Landratsamt kein Interesse mehr gezeigt habe.
Welche Investitionen im nächsten Jahr angegangen werden, wird der kommende Haushalt zeigen. Der Entwurf liegt laut Bürgermeister vor und soll möglichst im November öffentlich diskutiert werden. Im Gegensatz zur erfüllenden Gemeinde in der Verwaltungsgemeinschaft, also Naunhof, hat Parthenstein die Nase vorn, denn in der Stadt ist noch nicht einmal der diesjährige Haushalt abgesegnet. Kretschel kann sich nicht beschweren. „Die Kollegen der Kämmerei lieferten eine ordentliche Leistung ab“, konstatierte er.

Quelle: LVZ Muldentalzeitung vom 28.09.2016