In der LVZ geblättert

Parthenstein erhält schnelle Datenautobahnen

Grimmaer Firma Drahtlos DSL will Gemeindegebiet bis Ende kommenden Jahres flächendeckend versorgen

VON FRANK PFEIFER

Die beiden Geschäftsführer der Drahtlos GmbH Sebastian Kirscher (l.) und Carsten Weigel können auf Erfahrungen beim Verlegen moderner Leitungen in Belgershain zurückgreifen. Foto: Andreas Röse

Die beiden Geschäftsführer der Drahtlos GmbH Sebastian Kirscher (l.) und Carsten Weigel können auf Erfahrungen beim Verlegen moderner Leitungen in Belgershain zurückgreifen. Foto: Andreas Röse

Parthenstein.
Grethen hat’s schon, die anderen Ortsteile sollen es jetzt bekommen: das schnelle Internet. Im Gemeinderat stellte sich jüngst die Drahtlos DSL GmbH aus Grimma vor, die den Einwohnern bis spätestens Ende kommenden Jahres Anschlüsse mit Geschwindigkeiten von 100 Megabit pro Sekunde bieten will. Vorgesehen ist eine Lösung, die Funktechnik und die vorhandenen Telefonleitungen miteinander kombiniert.

Konkret sieht das so aus: Von Grimma werden mehrere hochleistungsfähige Richtfunkstrecken zu einem Richtfunkumlenker zwischen Pomßen und Großsteinberg eingerichtet, für die vorher eine Lizenz eingeholt werden muss. Am Umlenker verteilt sich das Signal und wird per Richtfunk an Multifunktionsschränke geschickt, die in Klinga, Pomßen, Großsteinberg am See und Großsteinberg möglichst in unmittelbarer Nähe der Telekom-Kabelverzweiger aufgestellt werden. Beide Kästen werden jeweils miteinander verbunden, so dass der Kunde das schnelle Internet über seine normale Telefonleitung erhält. Ergänzend dazu will Drahtlos DSL Glasfaserkabel in die Erde bringen, wenn in Straßen der Kommune gerade neue Strom-, Wasser oder Abwasserleitungen verlegt werden.

Einige Gemeinderäte hätten es lieber gesehen, wenn die Ortsteile komplett per Glasfaserkabel erschlossen würden. Sie äußerten ihre Skepsis gegenüber der teilweisen Funklösung. „Wir müssen aber mit dem leben, was uns angeboten wird“, erklärte Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos). Und die Markterkundung mit Bedarfsanalyse habe nun einmal ergeben, dass kein anderes Unternehmen bereit ist, kurzfristig in den nächsten drei Jahren für schnelles Internet zu sorgen. Nur Drahtlos DSL wolle sich engagieren.

Mir ist der Spatz in der Hand lieber als die Taube auf dem Dach“, sagte Gemeinderat Thomas Günz (CDU), der in Großsteinberg am See wohnt. „Wir kriegen zwar nicht die Qualität, die uns die Telekom bieten könnte. Und es bleibt abzuwarten, ob der Funk 100 Megabit pro Sekunde bringt. Da die Telekom aber nur in die Großstädte geht, bleibt uns nun mal nur der Privatanbieter. Wir sind froh, dass wir ihn bekommen.“ Derzeit würde die Internetleitung am hinteren See oft an Wochenenden zusammenbrechen, wenn alle ins Netz gehen.

Die Meinung der Bedenkenträger kann Kretschel nicht teilen. Er hatte im Vorfeld bei seinem Amtskollegen in Belgershain, Thomas Hagenow, nachgefragt, welche Erfahrungen dort mit Drahtlos DSL gemacht wurden. „Er konnte uns nichts Negatives berichten“, informierte er. Gegenüber der LVZ äußerte sich Hagenow ähnlich. „Ich selbst habe so einen Anschluss und bin rundherum zufrieden damit“, sagte er. In seiner Gemeinde sei Threna mittlerweile zu 100 Prozent erschlossen. „In Köhra sind wir sehr weit und in Belgershain hoffentlich im nächsten Jahr fertig“, so der Bürgermeister.

Zurück nach Parthenstein. Kretschel hofft, dass der Ausbau des schnellen Internets bald beginnt. „Der Gemeinderat hat dafür keinen gesonderten Beschluss zu fassen“, erläuterte er. „Wir müssen lediglich zustimmen, wenn für die Multifunktionsschränke öffentliche Flächen zur Verfügung gestellt werden. Dafür sind dann Nutzungsvereinbarungen abzuschließen.“

Parthenstein hat hinsichtlich des schnellen Internets einen großen Nachholbedarf. Zum Teil muss mit lediglich 700 Bit pro Sekunde durchs weltweite Datennetz geschlichen werden. Nur in Grethen hat die Telekom für bessere Geschwindigkeiten gesorgt. Im restlichen Gemeindegebiet gibt es 150 Kunden, die über die Firma Rostock Kommunikationstechnik per Funk schnell surfen können. Mit diesem Unternehmen will Drahtlos DSL eng zusammenarbeiten.

 

Quelle: Leipziger Volkszeitung/Ausgabe vom 24./25.09.2016

 

Bedrohte Kastanien

Kastanie in der Anlage vor der Kirche

Kastanie in der Anlage vor der Kirche

Diese bisher schön anzusehende alte Rosskastanie steht nicht bereits im Herbstlaub, sondern ist Opfer eines totalen Befalls durch die Rosskastanienminiermotte. Der Begriff Miniermotte ist von den Fraßgängen (Minen) der Larven hergeleitet. Diese führen zu der schnellen und frühen Braunfärbung der Blätter. Die Photosynthese wird unterbrochen. Das schwächt den Baum. Stark befallene Bäume haben auch kleinere Früchte, als weniger stark befallene.
Das Ursprungsgebiet des Falters ist der Raum Albanien, Nordgriechenland und Makedonien.
Seit 1990/91 wird sie in Mitteleuropa nachgewiesen und verbreitet sich in einer Geschwindigkeit von 40 – 100 km pro Jahr weiter.
In der Kürze der Zeit ihres Auftretens hat sich noch kein Fressfeind auf die Miniermotte spezialisiert. Das erklärt ihr schnelles Ausbreiten. Für den Menschen gibt es nur wenige Möglichkeiten, dem Baum zu helfen.
Eine davon ist das ganzjährige Sammeln des Laubes und seine Vernichtung. Damit wird verhindert, dass sich die Larven innerhalb von 2 – 3 Tagen im Boden verkriechen und überwintern. Am effektivsten wäre das Verbrennen der Blätter. Wo dies aus gesetzlichen Gründen nicht möglich ist, kann man durch Zerkleinern des Laubes mit Schredder (Laubsauger) oder Rasenmäher bereits etwa 80% der Raupen vernichten. Damit wäre schon viel erreicht. Überlässt man den Baum sich selbst, wird er die Belastung nicht überstehen und früher oder später eingehen. Nicht auszudenken, dass es eines Tages diese vielen wunderschönen Kastanien in unseren Landen nicht mehr gibt, weil sie heute ihrem Schicksal überlassen. (Informationsquelle: Wikipedia)
Foto Rolf Langhof
kastanie-1

Gemessene Niederschläge

 

Elvira Zupan misst den Niederschlag

Elvira Zupan misst den Niederschlag

Elvira Zupan hat wieder ihre Niederschlags-Messergebnisse vorgelegt.

So fielen im Juli 2016 69,1 l/m² und im August des selben Jahres 32,2 l/m²

Hier muss wohl kein zusätzlicher Kommentar abgegeben werden. Das ist entschieden zuwenig.

Ein Dankeschön für Frau Zupan

Büschelschön – nicht nur eine Bienen-, sondern auch eine Augenweide

Phacelia tanacetifolia oder im Volksmund Büschelschön

Phacelia tanacetifolia oder im Volksmund Büschelschön

Wer von Großsteinberg nach Klinga fährt, kann sich an einem wunderschön lila blühenden Feld erfreuen. Hier handelt es sich um die Pflanze mit dem botanischen Namen Phacelia tanacetifolia.
Im Volksmund ist sie auch als Bienenweide, Bienenfreund, Büschelschön oder Büschelblume bekannt.
Auch links und rechts des Mittelweges sind große Flächen zu finden.
Wie zu erkennen ist, dient sie insbesondere Bienen als Futterpflanze. Sie kann bis zu 500kg Honig/Hektar Ertrag bringen.
Der Landwirt nutzt sie, weil sie sich sehr gut zur Gründüngung eignet. Sie dient als Bodenverbesserer. Mit Ihrem dichten Wurzelsystem nimmt sie die im Boden vorhandenen Nährstoffe sehr gut auf. Den Nutzen davon haben nach der Verrottung die Nachfolgepflanzen. Büschelschön oder Büschelblumen verfügen noch über eine Reihe weiterer Vorzüge. Sie unterdrücken das Unkrautwachstum und verbessern den Boden auf längere Sicht erheblich.
Dass man von Seiten der Landwirtschaft nicht ausschließlich mit chemischen Stoffen arbeitet, sondern sich auch dieser biologischen Methode bedient, ist sehr anerkennenswert. Fotos Rolf Langhof