150 Jahre Eisenbahn in Großsteinberg

 

Foto: R. Polter

Foto: R. Polter

Der EisenbahnFreundesKreis Westsachsen hatte zu einem Abend der besonderen Art eingeladen. Anlass war das 150-jährige Jubiläum der Eisenbahnstrecke Borsdorf-Grimma.
Reinfried Polter, eine namhafte Großsteinberger Persönlichkeit, wenn es um das Thema Eisenbahn geht und auch als Organisationsgenie bekannt, konnte Ronny Dietze, den Eigentümer des früheren Gasthofes am Bahnhof überzeugen, die ehemalige Gaststube, in die er für eine spätere spezielle Verwendung viel leistungsfähige Video- und Tontechnik installiert hat, für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen.
Mit Dr. Thomas Jähnichen, Mitglied der Naunhofer Eisenbahnfreunde und Volkmar Wunderlich, Leipziger Hobby-Eisenbahnhistoriker, hatten sich zwei weitere Kenner zum Thema Bahn eingefunden und fesselten die Besucher, die pünktlich zur Abfahrtszeit den Raum gefüllt hatten, mit ihren Vorträgen zur Strecke und der Region. Aufgelockert wurden diese durch so manche Grafik und manches Foto, das Polter auf die Videoleinwand projizierte.
In der anschließenden Pause konnten die Besucher sich um ihr leibliches Wohl kümmern; für einen Imbiss nebst Getränken war gesorgt.
Rolf Langhof, Ortschronist von Großsteinberg, startete nach der Pause mit einem virtuellen Rundgang durch den Ort und all die Jahre, um zu sehen, wo überall die Eisenbahn ihre Duftmarken gesetzt hat.
Das große Finale lag in den Händen von Reinfried Polter, der mit 275 historischen Fotos die anwesenden Eisenbahnfreunde und interessierten Gäste in die Vergangenheit entführte.
So richtig lebendig wurde dieser Vortrag aber erst durch seinen schier unerschöpflichen Vorrat an Wissen und Anekdoten dazu, die er in seiner lockeren Art zum Besten gab. Die Besucher spürten kaum, wie die Zeit verging und so stand der Zeiger der Uhr am Schluss schon ziemlich nahe der 23:00 Uhr-Marke.
Wie gesagt: Ein Abend der besonderen Art.
Fotos: Rolf Langhof

In der LVZ geblättert

Kompromiss im Naunhofer Umlagestreit
Dörfer dürfen bei Zahlungen weiter mitdiskutieren

Naunhof/Belgershain/Parthenstein. Auf einen Kompromiss, wie künftig mit den Umlagen der Gemeinden Belgershain und Parthenstein an Naunhof zu verfahren ist, einigten sich die Mitglieder des Gemeinschaftsausschusses in dieser Woche. Demnach sollen die Dörfer künftig weiter darüber informiert werden, was sie für die Verwaltungsdienste der Stadt – es besteht eine Verwaltungsgemeinschaft – zu zahlen haben. Allerdings in einer anderen Art und Weise.

Zu Beginn der Sitzung stellte Naunhofs Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) klar, dass der Gemeinschaftsausschuss und die Kommunalparlamente keine Befugnisse mehr haben, Beschlüsse zur Umlagehöhe zu fassen. Hingegen sei Naunhof verpflichtet, an die Partner der Verwaltungsgemeinschaft Bescheide zu schicken, gegen die diese Widerspruch einlegen könnten.

Das birgt allerdings zwei Gefahren aus Sicht der Dörfer. Zum einen, so Katrin Scholz von der Wählervereinigung Parthenstein, die im Gemeinschaftsausschuss Mitglied ist, könnte es sein, dass in den Bescheiden nicht mehr wie bisher die einzelnen Positionen aufgeschlüsselt sind, aus denen sich die Gesamtsumme der Umlage zusammensetzt. Und zum anderen sei die Widerspruchsfrist eng gesetzt. Damit könnten die Zahlen nicht mehr richtig kontrolliert werden.

Scholz schlug deshalb vor, dass alle Gemeinderäte und Bürgermeister detaillierte Unterlagen erhalten, bevor Naunhof die Bescheide verschickt. Dann könnten die Kommunalparlamente und danach der Gemeinschaftsausschuss darüber diskutieren. „Naunhofs Bürgermeister sah das als gute Idee an und schlug vor, zur Beratung im Ausschuss die Kämmerei hinzuzuziehen“, sagte Scholz.

Für sie ist das ein „Kompromiss, mit dem alle leben können.“ Sie kritisierte allerdings, dass aus ihrer Sicht Zocher die neue Rechtslage schlecht kommuniziert habe. „Er hat sie auf eine Art Stille Post durchgestellt, deshalb hatten wir in den Gemeinderäten unser Wissen nur aus zweiter Hand“, so Katrin Scholz.

Eine Einschätzung, die Heike Barthel von der Bürgerinitiative Naunhof teilt, die ebenfalls im Gemeinschaftsausschuss sitzt. „Wünschenswert wäre es gewesen, wenn Herr Zocher im Vorfeld mit den Partnergemeinden besser kommuniziert hätte“, erklärte sie. „Damit hätte er viel Streit und Frust vermeiden können.“

Quelle: LVZ/Muldentalzeitung vom 27.10.2016