In der LVZ geblättert

Streit mit Naunhof: Parthenstein lässt sich nicht einfach in die Kasse greifen
Dorf schließt sich Belgershains Protest an / Kleine Partner der Verwaltungsgemeinschaft wollen mitentscheiden

Parthenstein/Grethen. Nach Belgershain geht nun auch Parthenstein auf die Barrikaden und stellt sich gegen den Vorstoß des Naunhofer Bürgermeisters, die Umlagen innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft nicht mehr von den Parlamenten absegnen zu lassen. Erstmals wurde sogar indirekt ein Wechsel an der städtischen Rathausspitze gefordert.

„Wir halten an unserem bewährten Verfahren fest.“ Mit diesen Worten gab Parthensteins Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) am Donnerstagabend den Tenor zur Gemeinderatssitzung im Dorfgemeinschaftszentrum Grethen vor. So verweigerte er sich der Empfehlung seines Naunhofer Amtskollegen Volker Zocher (parteilos) und setzte nicht die Tagesordnungspunkte ab, in denen es um die Umlagen ging, die Parthenstein an die Stadt für die Übernahme von Verwaltungsaufgaben zu zahlen hat. Wie Zocher auf die Idee kam, im doppischen Haushalt seien solche Beschlüsse nicht mehr nötig, sei für ihn, Kretschel, unverständlich.

„Wenn wir die Verfahrensweise ändern, wären wir der Stadt hoffnungslos ausgeliefert“, warnte Wolfgang Köcher von der Unabhängigen Wählervereinigung – Bürgerkomitee. „Ich will nicht nur, wie das jetzt vorgesehen ist, nur noch über Zahlen informiert werden, sondern sie auch beschließen“, erklärte Katrin Scholz von der Wählervereinigung Parthenstein – Freunde der Feuerwehr (WVP). „Es geht um eine Menge Geld für uns, da müssen wir ein Auge drauf haben“, stimmte Ralf Saupe (WVP) in den Reigen der Kritiker ein. Von einer willkürlichen Entscheidung Zochers sprach Matthias Constantin (FDP), der mit seinen Worten an diesem Abend am weitesten ging: „Wenn er nicht in der Lage ist, uns in Zukunft Beschlussvorlagen zu geben, ist er fehl am Platz.“

Die Gemeinde sei eigenständig, auch wenn sie in Verwaltungsgemeinschaft mit Naunhof und Belgershain lebt, deshalb könne sie die Beschlüsse zur Umlage weiterhin fassen, versuchte Kretschel zu dämpfen. Im gleichen Atemzug räumte er jedoch ein: „Was dann aber mit unseren Beschlüssen passiert, ist die Frage.“

Eigentlich sollten am Montag die Voten der drei Kommunen vom Gemeinschaftsausschuss abgenickt werden. Doch schon Naunhof konnte keinen Beschluss liefern, weil einige Abgeordnete die Unterlagen dazu nicht erhalten hatten. Belgershain hatte zwar abgestimmt, dem Dorf ging aber aus dem Naunhofer Rathaus die Bekanntmachung für den Ausschuss zu spät zu. Damit war die Sitzung wegen Nichteinhaltung der Frist hinfällig, woraufhin Zocher sie mit der Begründung absagen ließ, das Thema habe sich sowieso erledigt, weil nach neuer Gesetzeslage keine Beschlüsse mehr gefasst werden müssten.

Stattdessen lud Zocher die Ausschussmitglieder nun zu einer Informationsveranstaltung am Montag, um ihnen die Lage zu erklären. „Ich gehe da möglicherweise nicht hin. Über Gesetze muss ich mich doch nicht belehren lassen“, reagierte Scholz, selbst Rechtsanwältin. Und Kretschel fragte: „Brauchen wir da überhaupt noch einen Gemeinschaftsausschuss?“ Er sei in letzter Zeit nur noch zusammengekommen, um die Umlagebeschlüsse des Stadtrats und der beiden Gemeinderäte endgültig zu besiegeln.

Einmal in Fahrt, ging der Gemeinderat gleich mit ans Eingemachte. Thomas Günz (CDU) und Saupe äußerten Zweifel, ob die gegenwärtige Vier-Ämter-Struktur im Naunhofer Rathaus effektiv genug ist. „Ich glaube nicht, dass das Rathaus so besetzt ist, dass die Wirtschaftlichkeit gegeben ist“, meinte Günz, der forderte, die Stadt noch viel mehr als bisher hinsichtlich der Ausgaben zu kontrollieren, die Parthenstein mittragen muss. Torsten Wanke (Linke) meinte: „Wenn Naunhof etwas anschafft und uns mit in die Pflicht nimmt, muss die Stadt nur noch die Hälfte zahlen. Das ist eine große Versuchung, deshalb sollten wir auf die Kontrolle unbedingt bestehen.“

Als „Unding“ bezeichnete es Wanke außerdem, „dass wir uns an einer Strafzahlung beteiligen müssen, weil Naunhof keinen Schwerbehinderten einstellt. Diesen Umstand habe er nicht zum ersten Mal kritisiert, und in den Vorauszahlungen für 2016, um die es jetzt ging, solle Parthenstein schon wieder 14 000 Euro dafür zahlen. Die Personalpolitik sei Sache von Naunhof, das deshalb allein die Verantwortung trage. „Wenn sich aber kein geeigneter Schwerbehinderter für eine Stelle findet, kann keiner eingestellt werden und die Abgabe muss beglichen werden“, erwiderte Scholz, die nachschob: „Ohne Frage wäre es sicherlich besser, einen einzustellen.“

Am Ende beschloss der Gemeinderat mehrheitlich die Umlage für dieses Jahr. Sie hat sich um 15 870 Euro erhöht und beträgt 506 652 Euro für Verwaltungsausgaben und 18 826 Euro für Investitionen im Rathaus.

Quelle: LVZ / Muldentalzeitung vom 22.10.2016

In der LVZ geblättert

Umlagebeschluss nun auch im Parthensteiner Rat

Parthenstein/Grethen. Mit der Vorauszahlung der diesjährigen Umlage für die Verwaltungsgemeinschaft Naunhof befasst sich nun auch der Gemeinderat Parthenstein, der am Donnerstag im Dorfgemeinschaftszentrum Grethen zusammenkommt. In der Vorwoche hatte Belgershain einen Beschluss über die Höhe der Summe gefasst, die an die Stadt zu entrichten ist, die Verwaltungsaufgaben für die beiden Dörfer übernimmt. Wie der dortige Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) informierte, hätte sein städtischer Amtskollege Volker Zocher (parteilos) ihm kurz vor der Sitzung mitgeteilt, dass solch ein Beschluss nicht mehr nötig sei. Die Abgeordneten bestanden aber darauf, weil sie die Gefahr sahen, nach der neuen Regelung die eigenen Finanzen nicht mehr richtig im Blick behalten zu können. Außerdem übten sie heftige Kritik an der Arbeitsweise des Naunhofer Rathauses. Nun wird sich zeigen, wie die Parthensteiner Mandatsträger zum Thema stehen, ob sie einen Beschluss über die Umlage fassen oder nicht.

Die öffentliche Sitzung beginnt 19.30 Uhr mit der Möglichkeit für Einwohner, Fragen an die Gemeindeverwaltung zu stellen. Weiter auf der Tagesordnung stehen ein Grundsatzbeschluss zur Erneuerung der Heizungsanlage in der Grundschule Großsteinberg im nächsten Jahr, ein Flurstückskauf, ein Antrag auf Wiedererteilung der Fotografiererlaubnis in den Parthensteiner Kindereinrichtungen und die Annahme von Spenden. FP

Quelle: LVZ / Muldentalzeitung vom 18.10.2016

Da möchte man doch gleich…

Überfahren und liegen gelassen

Überfahren und liegen gelassen

Aber Zurückhaltung ist angesagt. Man muss nicht extra ein Katzenfreund sein, um sich über derlei Verhalten ordentlich zu ärgern.
Als Rainer Schiller heute Morgen seinen Hund ausführte, war er über das „Geschenk“, dass man ihm in Form einer überfahrenen Katze an den Zaun gelegt hat, nicht besonders erfreut. Und ähnlich erging es sicher den Anwohnern keine hundert Meter weiter, wo die nächste Katzenleiche auf der Fahrbahn lag.
Es ist immer wieder zu beobachten, dass man sich in der Werner-Seelenbinder-Straße kaum noch an die Straßenverkehrsregeln hält. Da wird zugeparkt, wo Platz ist. Rollstuhl- und Rollatorfahrer werden vom Fußweg auf die Straße gezwungen, Kinder, die mit dem Fahrrad den Fußweg benutzen müssen,ebenso.
Und da wird die Straße entlang gebrettert, obwohl es sich hier um eine 30-km/h-Zone handelt. Besonders schlimm ist es bei Sportveranstaltungen, Veranstaltungen in der Schule oder wenn, wie in den letzten Tagen, der Verkehr wegen Umleitung auch durch die verlängerte W.-Seelenbinder- und die Nordstraße erfolgt.
Natürlich ist es möglich, dass einem auch bei angepasster Fahrweise eine Katze oder ein anderes streunendes Tier unter die Räder gerät. Doch dann ist es die Pflicht des Fahrers, sich darum zu kümmern und, wenn keine Hilfe mehr möglich ist, den Kadaver ordnungsgemäß zu entsorgen. Wenn man allerdings innerhalb von weniger als einhundert Metern gleich zwei Tiere überfährt, kann man wohl kaum von angepasster Fahrweise sprechen. Man muss schon einen erheblichen Zacken schneller als 30 km/h drauf haben, damit eine Katze keine Chance mehr hat.
Diesmal waren es zwei Katzen. Bleibt es dabei? Fotos: Rolf Langhof
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