Abfischen am Oberteich

Noch halb in der Nacht klingelte bei Gerd Heinitz der Wecker. Er musste raus und am Oberteich den Stöpsel ziehen. Zum diesjährigen Abfischen hatte er sich reichlich Hilfe geholt. Armin Pöritz, ohnehin immer dabei, kümmerte sich ums Entenhaus. Die Enten waren die ersten, die in den Käfig mussten, um ins Winterquartier umzuziehen.

Die ebenfalls mit erschienen Frauen wärmten ihre fischenden Männern mit einem ordentlichen Schluck Glühwein auf. Als der Wasserspiegel so weit abgesenkt war, dass man bequem auf dem Grund laufen konnte, wurden die Fische mit dem Kescher gefangen. Gerd Heinitz und seine Helfer spülten sie mit frischem Wasser ab und gaben sie in die bereit stehenden Bottiche, in denen anschließend die schlachtreifen Exemplare zu Heinitz transportiert wurden. Ein Teil wird als Frischfisch und ein Teil geräuchert verkauft. Der Erlös fließt wieder in die Kasse des Kindergartens. Die übrigen überwintern bei Pöritz, um im Frühjahr wieder eingesetzt zu werden.

Es ist viel Arbeit mit der Fisch- und Entenzucht verbunden. Das Jahr über werden die Enten gefüttert. Das erledigt Armin Pöritz. Für das Futter sorgt Gerd Heinitz. Eine gute Wasserqualität sollte möglichst erhalten werden, was am Oberteich trotz ständigen Zulaufes ein schwieriges Unterfangen ist. Der Teich müsste dazu auch mehr Pflanzenbesatz erhalten. Diese wiederum werden von Fischen und Enten gleichermaßen gern verspeist. Sie alle müssten mit Maschendraht geschützt werden, was wiederum so nicht möglich ist. Das herabfallende Eichenlaub geht in Fäulnis über und macht es den Fischern nicht leichter. So gibt es das Jahr über immer wieder den gleichen Kampf und es ist schon anerkennenswert, dass es Menschen wie Gerd Heinitz und Armin Pöritz gibt, die diese Arbeit leisten, um am Ende als Lohn eine Räucherfisch und einen Entenbraten zu erhalten. Danken wir es ihnen.

 

 

Winter: Die Einen sagen so, die Anderen sagen so

Wer die LVZ aufmerksam gelesen hat, konnte am 10. Oktober erfahren, dass der kommende Winter wohl ausfällt.
Unter der Überschrift „Pfützenlauf statt Rodelpartie“ war zu lesen „Erste Langzeitprognosen zeigen milden und nassen Verlauf / Dezember normal, Januar und Februar zu warm“. Und weiter im Artikel „…Erste Langzeitprognosen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) und dem US-Wetterdienst NCEP zeigen jedenfalls keine kalten Wintermodelle…“
Ein Artikel vom 17. Oktober titelt „Wintertrend: Sibirische Kältepeitsche schlägt zwei Mal zu“.
Dominik Jung von wetter.net: „Das wird ein richtiger Chaos-Winter, der viel Abwechslung bereit hält und zeitweise richtig gefährlich werden kann.“
„Nu rede du mit dor Guh französsch“, pflegte mein Vater in solchen Fällen zu sagen.
Doch was sagt die Natur dazu? Seit Tagen überfliegen die Graugänse, aus dem hohen Norden kommend, unsere Region auf ihrer alljährlichen Reise in den Süden. Sie machen Station, um Nahrung aufzunehmen und noch einmal Kraft zu tanken, ehe es richtig losgeht.
Die Gänse folgen ihrem Instinkt. Wenn sie meinen, es wird Zeit, dann ist der erste Wintereinbruch sicher nicht mehr weit.
Was lernen wir daraus?
Erstens: Prognosen sind immer dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen.
Zweitens: Die LVZ bemüht sich um eine ausgewogene Berichterstattung.
Das ist doch auch was – oder?

 

 

Erste Betonierungsarbeiten an der Cladebrücke

Nachdem die Bohrpfeiler gesetzt und das Eisengeflecht als Armierung hergerichtet wurden, kam heute der erste Beton. die beiden Wände nördlich und südlich des Grabens wurden gegossen.
Am kommenden Montag, 22. Oktober, wird die Firma STRABAG Erde bewegen. Sie wird von außen an die neuen Betonwände herangeschoben, so dass die Baugrube ein erhebliches Stück kleiner wird. Anschließend erhält der Bach ein gepflastertes Bett. Erst dann kann die Brücke geschlossen werden. Bleibt zu hoffen, dass der Wettergott in die Planungen einbezogen ist.

Brückenpfeiler stehen

Die sogenannten 12 Bohrpfeiler, die letztlich die Brücke tragen, stehen. Zurzeit wird der beim Gießen notwendige, doch jetzt überflüssige Beton entfernt. Anschließend wird das Bachbett gepflastert. Erst dann wird der die Straße tragende Überbau aufgebracht. Wenn das Wetter passt, könnte das Ziel, die Straße noch in diesem Jahr wider befahrbar zu haben, erreicht werden.
Parallel hierzu wird am Bahnübergang Grethener Straße der Anschluss des Fußweges zur Bahnhofstraße hergestellt.

Gemeinderatssitzung am 20. 09. 2012

Turnusmäßig fand die Sitzung in Großsteinberg statt. Da aufgrund der Tagesordnung mit mehr als üblich interessierten Einwohnern gerechnet wurde, hatte man den Speiseraum der Grundschule als Sitzungslokal ausgewählt.

Tagesordnung:

  1. Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit; Bestätigung der Tagesordnung

  2. Kontrolle der Niederschrift vom 08.08.2012

  3. Einwohneranfragen

  4. Festlegung der Gemeinderäte, die die Niederschrift mit unterzeichnen

  5. Informationen von Vertretern der Fa. HABA-Beton Johann Bartlechner KG zur beabsichtigten Beantragung der Genehmigung eines Windkraftrades am Standort Großsteinberg – Vorlage 01/02/2012

  6. Informationen über die Bestätigung des Abschlusses der Prüfung der Haushalts- und Wirtschaftsführung der Gemeinde Parthenstein für die Haushaltsjahre 2002 bis 2006 durch das Landratsamt Landkreis Leipzig – Vorlage 02/04/2012

  7. Auswahl kostengünstigste Bank bzw. Kreditinstitut für die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 1.000.000,00 € der Gemeinde Parthenstein – BV 01/09/2012

  8. Zweckvereinbarung zwischen der Stadt Naunhof und dem Landkreis Leipzig zur Übertragung der Verfolgung und Ahndung von Ordnungswidrigkeiten nach § 49 StVO einschließlich der erforderlichen Nachermittlungen. – BV 04/09/2012

  9. Anfragen der Gemeinderäte

  10. Informationen des Bürgermeisters

Nach der Begrüßung des Bürgermeisters beschlossen die Gemeinderäte auf Antrag, die Einwohneranfragen hinter den TOP „Informationen HABA-Beton…“ zu verlegen. Hintergrund: Die meisten Bürgerinnen und Bürger waren speziell dieser Aussagen wegen gekommen und sollten vor ihren Fragen die Gelegenheit haben, diese zu hören.

Die ersten Tagesordnungspunkte waren schnell abgearbeitet. Bürgermeister Jürgen Kretschel führte in die Problematik Windkraftrad bei HABA ein und übergab dem Vertreter der Firma, Josef Mayerhofer, das Wort. Dieser begründete, warum die Geschäftsleitung des Unternehmens zu einer derartigen Überlegung gekommen ist. Man will den Standort Großsteinberg langfristig weiter ausbauen. Die ständig steigenden und nicht auf längere Sicht kalkulierbaren Strompreise erschweren Planung und Kalkulation für längere Zeit. Die Wirtschaftlichkeit leidet. So will die Firma Strom zum eigenen Bedarf am Standort selbst erzeugen. Da das Aufstellen eines Windrades eng mit der Lebensqualität der im Umfeld lebenden Menschen zu tun hat und daher ein sehr sensibles Thema ist, will HABA schon zu Beginn eng mit der Gemeinde und ihren Einwohnern zusammen arbeiten, indem von Anfang an offen informiert wird. Gerüchte, die im Vorfeld aufgetaucht sind, haben bereits für Befürchtungen gesorgt. Mayerhofer übergab mit Einverständnis des Bürgermeisters das Wort an Adolf Rocha von der Aquavent Gesellschaft für Umwelttechnik und regenerierbare Energien mbH der Niederlassung Lützen. Rocha erläuterte die Verfahrensweise bei der Auswahl der Anlage. In Frage kommt eine Rad mit einer Nabenhöhe von 98m. Die Frage von Gemeideräten nach Alternativen beantwortete er mit der Information, dass HABA im Jahr einen Stromverbrauch analog 550 Haushalten habe. Das sei mit Solarzellen nicht annähernd zu erreichen. Dennoch sollten weitere Alternativen geprüft werden. Die Frage der Einwohner nach der Dauer bis zur Errichtung wurde  für die Einreichung und das Genehmigungsverfahren mit einem Zeitraum von bis zu 2 Jahren angegeben. Einige der Befürchtungen, die Belastung ihres Lebensumfeldes durch ein derartiges Kraftwerk konnten zumindest abgemildert werden. Restlos ausgeräumt wurden sie nicht. Und so wird man wohl der Dinge harren, die da kommen sollen. Eines ist klar geworden: HABA-Beton will am Standort Großsteinberg festhalten. Man winkt auch mit Arbeitsplätzen. Doch das tut man gewöhnlich, wenn man etwas haben möchte. Es ist aber wohl auch klar geworden, dass das Unternehmen seine Planungen mit der Gemeinde Parthenstein und deren Einwohnern weiterführen möchte und nicht gegen sie. Das ist anzuerkennen.

Zu bedauern ist, dass die gekommenen Besucher nach Abschluss des Tagesordnungspunktes „Windkraftrad“ fast geschlossen den Saal verlassen haben. Auch der Rest der Sitzung hätte Aufmerksamkeit verdient.

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Gemeinderat und Bürgermeister Jürgen Kretschel

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Josef Meierhofer von HABA-Beton, Adolf Rocha von Aquavent und Gerd Welker vom Bauamt (v.l.)

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Oben und unten Blick auf Gemeinderat und Zuschauer

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