Fliegerhorst Brandis/Waldpolenz

Es gibt Gelegenheiten, bei denen man als Großsteinberger auch mal über die Regionalen Grenzen hinaus blickt. Eine solche ist die folgende Pressemitteilung von
Dr.-Ing. Roger Liesaus:

BRANDIS der Fliegerhorst Waldpolenz und der Bombenkrieg ist ein 140 -minütiger Dokumentarfilm. Er zeigt Geschichten und Erinnerungen von Zeitzeugen an die Geschehnisse auf und um den Fliegerhorst Waldpolenz mit Bildern, Filmen und Berichten von den dort zwischen 1935 und 1945 stationierten und erprobten Flugzeugtypen. Elf Menschen, die den Bombenkrieg in und um Leipzig miterlebt haben, erzählen.

Nach den Filmen MIMO, ERLA und HASAG steht nun der Flugplatz Brandis im Mittelpunkt. Dort wurde zunächst eine Blindflugschule gegründet. Er beherbergte aber auch den Raketenjäger Me 163. Außerdem wird auf der DVD ein 10-minütiger Bonusfilm zur Muna Altenhain enthalten sein.

Alle Informationen zur Publikumsfinanzierung und zum Erhalt der DVDs, den Lageplan des Flugplatzes und einen BRANDIS-Kalender gibt es über unsere Aktion im Internet auf der ROG-Film-Website. Die Publikumsfinanzierung startet am 15. Oktober und endet am 22. November 2021.

www.ROG-Film.de

Nur wenn die Zielsumme bei der Publikumsfinanzierung zusammenkommt, gibt es den Film auf DVD. Wenn sie nicht zustande kommt, bekommt jeder sein Geld komplett zurück. Davon gehe ich aber nach dem überragenden Interesse in den letzten Jahren nicht aus.

Ältere Interessenten, die die DVD kaufen möchten, sollten Angehörige oder Bekannte fragen, ob sie ihnen bei der Bestellung im Internet helfen können. Wer gar keine Möglichkeit hat, die DVD im Internet zu bestellen, kann mich notfalls auch anrufen (034298 13035).

An dieser Stelle möchte ich mich auch für die selbstlose und unkomplizierte Unterstüzung von vielen Anwohnern, aber auch der Stadt Brandis bei der Entstehung dieses Filmes bedanken.

Roger Liesaus

Tower Waldpolenz, v.l. Frank Zalich, Annabell Paulitz, Jonas Liesaus, Gerhard Müller, Roger Liesaus

Strohbrand auf Pomßener Flur

In der Nacht vom Montag, dem 2.8. zum Dienstag, dem 3.8.2021 riefen die Sirenen die Parthensteiner Feuerwehren zu einem Einsatz. Auf dem abgeernteten Weizenfeld an der Pomßener Straße / Hohe Straße war ein Strohfeim aufgerichtet, der in Flammen stand. Ausreichend Löschwasser war nur vom Mühlteich zu haben. Also wurden zwei Schlauchstrecken gelegt.
Trotz größter Eile hatte sich das Feuer so entwickelt, dass mit Löschen nichts mehr zu retten war.
Also ließ man den Feim kontrolliert abbrennen, was noch einen großen Teil des Dienstags in Anspruch nahm. 
Über die Frage, ob als Brandursache auch eine Selbstentzündung in Frage käme, waren sich die Männer von der Feuerwehr sofort einig: Die Umstände bei einer Selbstentzündung sehen anders aus. Hier liegt mit Sicherheit Brandstiftung vor. Auch die verhältnismäßig vielen Einsätze in der letzten Zeit, Bürgermeister Kretschel nannte die Zahl Zwanzig, sprächen dafür.
Es ist schon beängstigend, in welcher Zeit wir leben. Wenn man mal Revue passieren lässt, wie viele und welche Straftaten allein von Zerstörung in überschaubarer Zeit bekannt geworden sind, man denke auch an das Fluttor in Grimma, so fragt man sich, ob manche Menschen nur noch dadurch einen „Kick“ erreichen können. Über eventuelle Folgen für völlig Unbeteiligte scheint man sich keine Gedanken zu machen. Das nennt man gemeinhin skrupellos.  Und deshalb muss solches Tun unnachsichtig verfolgt, müssen die Täter juristisch zur Verantwortung gezogen werden.

Doch wer soll die Verfolgung durchführen, wenn sich unsere Polizisten zu Hunderten mit sogenannten Demonstranten befassen müssen?

Dorfgeschichten von Helfried Mengel

Der Wirt vom Alten Gasthof- die Rache eines Hundes

Gastwirte sind oft Originale. Albert Wiesner vom Alten Gasthof war ein solches. Der Alte Gasthof am Fuße der Post-, heute Bergstraße, kann auf eine Geschichte bis zum 30-jährigen Krieg zurückblicken.
In dieser urgemütlichen Kneipe befand sich ein kleines Gastzimmer mit einem anschließenden schmalen Vereinszimmer. Im Korridor stand auf einem Sockel eine große bunte Blechhenne. Steckte man einen Groschen rein, gackerte sie und schon schob sie ein Blechei heraus – meist mit Pfefferminzplätzchen – gewissermaßen ein Überraschungsei.

Hier traf man sich zum Skat. Da gab es Bowle, Masken-Bockbier-Vereinsfeste und auch die Jäger fühlten sich hier wohl. Da spielte Thieme Gustav auf seiner Geige die Schlager der zwanziger Jahre, vom „Weißen Flieder“ bis zum „Käse, der zum Bahnhof gerollt wurde“. Und es kam Stimmung auf, wenn Bramschreiber Franz und Breitenborn Emil ihren „Zerrwanst“ strapazierten.

Albert nahm natürlich auch gern einen zur Brust, war aber niemals sein bester Gast. Dafür sorgte Else, die Wirtin.
Neben dem Gasthof betrieb Albert noch eine kleine Landwirtschaft und einen Kohlehandel.
Zu diesem Zwecke spannte er seine Rösser vor den großen Kastenwagen und fuhr zur Laderampe am Güterbahnhof in der Bahnhofstraße. Dort musste er die Kohle aus einem Waggon heraus laden, dann zu den Kunden fahren und wieder abladen – eine Schinderei aus heutiger Sicht.
Doch welcher Kutscher knallt nicht gern mit der Peitsche, wenn er oben auf dem Bock sitzt. Albert machte dies besonderen Spaß. Vor allem dann, wenn er an Willi”s Grundstück vorbeifuhr und damit den Foxterrier „Prinz“ so in Aufregung versetzte, dass er wie ein Irrer laut bellend am Zaun hin und her jagte. Das geschah dann so 10 bis 15 mal am Tag. Deshalb wurde Prinz immer eingesperrt, besonders wenn Willis Familie selbst Kohlen erhielt.
Doch eines Tages, Albert brachte unangekündigt die Kohlenrechnung zu Willi – sah „Prinz“ den Tag der Rache gekommen und zerfetzte dem Kohlenhändler beim Verlassen des Grundstückes eine seiner besten Hosen. Willi zückte schon die Brieftasche, um die Hose zu bezahlen.
„Mistköder elendicher“ entfuhr es Albert. „Abber lasse ma Willi, ins Been hadder ja nich gebissn un ich weeß och warum“.
Ob seine Else die Hose wieder instandsetzen konnte wurde nie bekannt. Seitdem knallte Albert vor Willi”s Haus nicht mehr mit seiner Peitsche.

Nach zehn Jahren mal wieder ordentlich viel Schnee

Zugegeben, soviel Schnee bringt schon so seine Probleme mit sich, zumal wenn man nicht mehr an solche Winter gewöhnt ist. Aber er hat doch auch seine schönen Seiten, wie die folgenden Bilder zeigen. Fotos: Rolf Langhof (Veröffentlichung nur mit Genehmigung des Autors)