Früher Vormittag: Der Himmel war schwarz und plötzlich setzte ein richtiggehender Schneesturm ein und nach wenigen Minuten sah der Blick aus dem Fenster so aus wie auf dem Foto zu sehen (8:45Uhr). Nach kurzer Zeit war der Spuk vorbei und alles weiß. Bei 1°C blieb der Schnee allerdings nicht liegen. Am Nachmittag sah der gleiche Blick aus dem Fenster wie auf dem folgenden Bild aus. Fotos: R. Langhof
In seinem Rundschreiben vom 13.12.2018 verweist Reinfried
Polter, Spiritus Rector des Eisenbahnfreundeskreises Großsteinberg – Böhlen, an
die Aufnahme des Zugverkehrs auf der sächsischen Hauptbahnlinie
Borsdorf-Grimma-Döbeln-Roßwein-Nossen-Meißen-Coswig (BC-Linie) am 22. Dezember
1868.
Auf den Tag genau erinnert der Freundeskreis an das 150 Jahre zurück liegende Ereignis, das der Region für die kommenden Jahre wirtschaftlichen Aufschwung brachte.
Ein geschmückter Festzug, privat organisiert, befuhr die Strecke hin und zurück. Start war in Borsdorf 8:24 Uhr mit Stopps auf fast allen berührten Bahnhöfen. In Großsteinberg fuhr er 8:45 Uhr ein und 9:45 Uhr weiter, genügend Zeit, dem Ereignis einen Besuch abzustatten, was auch viele Eisenbahninteressierte nutzten. Auch wenn der Wettergott den Fotografen nicht besonders wohlgesonnen war, wurden doch reichlich Bilder „geschossen“.
Die Plätze waren übrigens ausgebucht, bei einem mitgeführten
Mitropa-Wagen der oberen Klasse kein Wunder.
Ab Miltiz-Roitzschen erlebten die Reisenden eine Durchfahrt durch Meißen. Auch Coswig wurde ohne Halt genommen, wobei man hier das Ziel erreicht hatte, wendete und die Rückreise antrat, geplante Ankunft in Borsdorf 16:17 Uhr. 15:58 Uhr konnte man den Jubiläumszug noch einmal für zwei Minuten in Großsteinberg bewundern.
Im oben genannten Rundschreiben sind noch folgende Daten
aufgelistet:
Teilinbetriebnahmedaten der BC-Linie
01.12.1860 Coswig (b. Dresden) – Meißen
14.05.1866 Borsdorf (Sachs.) – Grimma (ab 30.06.1877: „Grimma
ob. BF“)
Wer an Pluntkes Bauerngut vorbei geht, bemerkt seit einigen Tagen einen neuen Wegweiser. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es sich hier um einen Hinweis auf den überregionalen Radwanderweg handelt. Foto: R. Langhof
PARTHENSTEIN/GROßSTEINBERG. Ein neues Wohngebiet soll am Ortsausgang von Großsteinberg
in Richtung Klinga entstehen. Die rund 5000 Quadratmeter große Fläche bietet
Platz für sechs Einfamilienhäuser.
Begonnen
hat schon die Erschließung, obwohl noch ein letzter Gemeinderatsbeschluss
fehlt. „Weil es sich um ein Außengebiet handelt, mussten wir einen
Bebauungsplan aufstellen“, erläutert Bürgermeister Jürgen Kretschel
(parteilos). „Die Träger öffentlicher Belange wurden gehört, ein wesentlicher
Hinweis kam vom Landesamt
für
Straßenbau und Verkehr.“ Die Behörde hatte verlangt, die Straße im Gebiet so
anzulegen, dass sie ein dreiachsiges Müllfahrzeug befahren kann. „Dies wurde in
die Planung aufgenommen“, versichert Kretschel.
Er
hofft, dass am 13. Dezember alle Unterlagen im Gemeindeamt vorliegen, sodass
der Rat am Abend die Satzung für das Wohngebiet beschließen kann.
Sobald
sie bekannt gemacht ist, kann laut Bürgermeister gebaut werden. Eine
Hausaufgabe hat er aber noch für
den
Investor, die BGS Bauherren Grundstücksservice GmbH aus Leipzig, die bereits
damit begonnen hat, sämtliche Medien anzubinden. „Wir wollen von dem
Unternehmen eine Bürgschaft über die Kosten der Erschließung“, fordert er. „Diese
ist nötig, sollte der Bauherr zwischendurch in Konkurs gehen.“ Eine normale
Bedingung,
die so auch in anderen Kommunen und gegenüber anderen Firmen gestellt wird. Mit
dem Geld aus der Bürgschaft könnte die Gemeinde im Fall der Fälle die Erschließung
vollenden. Ohne die Garantie wäre sie in der Pflicht, die Kosten selber zu
tragen, weil sie das Baurecht erteilt hat. Freie Grundstücke gibt es laut BGS
nicht
mehr im Gelände. „Alle sind vergeben“, hieß es von der Firma auf Anfrage.
Turnusmäßig fand die diesjährige Gedenkveranstaltung der Gemeinde Parthenstein zum Volkstrauertag an der Klingaer Kirche statt.
Obwohl der Termin aus technisch-organisatorischen Gründen nicht in der Kommunalrundschau zu finden war, hatten sich doch mehr Teilnehmer eingefunden, als in den Jahren zuvor. Und das hat alle Beteiligten gefreut. Man ist ja bescheiden geworden. Bei etwa 3500 Einwohnern wären einhundert nicht zu viel.
Pfarrer Norbert George, der die Gedenkfeier eröffnete, ging speziell auf das Mitgefühl ein. Wer sich sein Mitgefühl für seine Mitmenschen bewahrt, kann nicht töten. Dessen sollte man sich bewusst sein. Er trug eine Episode vor, in der ein Gestellungsbefehl (Befehl zur Teilnahme am Kriegsdienst) überbracht wird – eine geschäftsmäßige Handlung wie viele andere auch, doch mit unvorstellbaren Konsequenzen.
Im Anschluss ergriff Bürgermeister Jürgen Kretschel das Wort. Dass wir in diesem Jahr das einhundertste Jahr nach Ende des I. Weltkrieges begehen, war für ihn Anlass, auf die Entwicklung in dieser Zeit einzugehen. Obwohl dieser Weltkrieg, wie er damals genannt wurde – es gab ja noch keinen zweiten – unvorstellbares Leid über die Menschen brachte, dauerte es nur wenige Jahre, bis erneut ein Weltkrieg ausbrach, der nunmehr II., der noch um vieles schrecklicher war. Seit dessen Ende gab und gibt es noch viele Kriege und kriegerische Konflikte, selbst vor unsere Haustür. Wir können das Glück kaum ermessen, dass wir so lange Zeit verschont geblieben sind. Die Älteren wissen aus eigener Erfahrung, wie nahe wir während der Kubakrise an einem III. Weltkrieg, diesmal einem Atomkrieg, vorbeigeschrammt sind. Es ist kein Geschenk von irgendwo her, dass wir bisher in Frieden leben können. Viele verantwortungsvolle, besonnene Menschen haben dafür gearbeitet. Und es wird weiterhin dieses Einsatzes bedürfen, damit auch unsere Zukunft friedlich bleibt.
Bernd Kupfer hat auch in diesem Jahr die Gelegenheit genutzt darauf hinzuweisen, dass es in Klinga noch keinen würdigen Platz zur Erinnerung an die Toten und Vermissten des letzten Weltkrieges gibt. Bürgermeister Kretschel hat dieses Anliegen zur Kenntnis genommen.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Tina Lochmann aus Pomßen mit ihrer Trompete. Fotos: Rolf Langhof