Stöbern in der Ortsgeschichte

Ortschronist sorgt für Lesestoff in Großsteinberg

Parthenstein/Großsteinberg (rs). Einen ganzen Nachmittag lang hatte Rolf Langhof „seine“ Schätze im Speisesaal der Grundschule Parthenstein der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Großsteinberger Ortschronist hatte nicht nur die vielen Bände der Ortschronik auf den Tischen ausgebreitet, sondern zugleich auch eine ganze Anzahl von historischen Originaldokumenten mitgebracht.
„Das älteste Stück hier im Raum ist wahrscheinlich die Flurkarte aus dem Jahr 1840“, schwärmte der engagierte Hobbyhistoriker. Und viele Großsteinberger hatten sein Angebot zum Lesen und Blättern dankbar angenommen. „Marlies wird sich ärgern, nicht mitgekommen zu sein“, schwärmte so auch Christine Oehmichen, die zusammen mit Christa Blume ihre Schwester auf alten Fotos wiederentdeckt hatte. Gemeinsam waren die drei vor vielen Jahren in Großsteinberg zu Schule gegangen, bevor sich ihre Wege in die Region trennten. Viele Großsteinberger konnten auf diese Weise nicht nur in ihrer eigenen Geschichte stöbern. Sie bekamen zugleich Einblicke in die Arbeit ihres amtierenden Ortschronisten – und das stärkte das Vertrauen. So radelte Harry Heydt bei seinem Besuch kurzerhand nach Hause, um Rolf Langhof ein historisches Foto der Turnerriege von 1914 zu überreichen. Für einen besonderen Adrenalinschub sorgte indes Günter Pfarr: Er übergab dem Chronisten eine Petschaft mit dem Dienstsiegel der Gemeinde Großsteinberg und der Inschrift „Gemeinde Großsteinberg – Amtsh. Grimma 1918“, die der einstige Gemeindearbeiter Fritz Härtig vor der Vernichtung bewahrt hatte.

Auf Entdeckertour in Dorfgeschichte: Die Einwohner nutzten rege das Angebot, in vergangene Zeiten einzutauchen.

Foto: Ralf Saupe   chronikausstellung

Diesen Artikel entnahmen wir der Leipziger Volkszeitung vom 4.5.2011


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